Chancen & Risiken von Influencer Marketing

Veröffentlicht am 4. September 2017 in Social Media von

Viele Personen vertrauen in Social Media auf die Meinungen und Empfehlungen von Influencern. Warum das so ist und worin die Chancen und Risiken von Influencer Marketing liegen, wollen wir dir in diesem Beitrag zeigen.

Die Gründe dafür, dass die Meinung von Influencern in Social Media so geschätzt wird, sind vielzählig: Social Influencer können einen Expertenstatus haben, Personen des öffentlichen Lebens (also Prominente) sein, Sympathie ausstrahlen, eine freundschaftlich wirkende Beziehung zu ihren Fans aufbauen oder sogar als Idol wahrgenommen werden. Was sie alle gemeinsam haben? Ihre Fangemeinde vertraut ihnen.

Genau dieses Vertrauen, gepaart mit ihrer hohen Reichweite, machen sich Unternehmen zunutze, wenn sie Influencer Marketing betreiben. Das große Ziel von Unternehmen, die diese Form des Marketings nutzen, ist es, die Wertigkeit und Glaubwürdigkeit ihrer Markenbotschaft zu erhöhen.

Vorteile im Influencer Marketing

Zu den größten Chancen, die sich Unternehmen durch Influencer Marketing versprechen, zählen:

1. Die enorme Reichweite von Influencern

Besonders wegen den enorm hohen Reichenweiten von Influencern, nutzen bereits ein Großteil der deutschen Unternehmen Influencer Marketing, um ihre Markenbotschaften zu verbreiten.

Neben den Influencer-Riesen mit Millionen-Reichweite, können auch Micro Influencer Unternehmen einen erheblichen Nutzen bieten. Hierbei ist auffällig, dass die Interaktionsrate meistens sogar höher ist als bei den Inlfuencer-Riesen. Daneben sind Micro Influencer auch deutlich kosteneffizienter.

2. Das Vertrauen in Influencer ist riesig

Auch das Vertrauen in Influencer liefert einen der Hauptgründe für Social Influencer Marketing. Dadurch, dass sie auf einer sehr persönlichen Ebene mit ihren Fans kommunizieren und interagieren, wirkt gesponserte Werbung nicht wie eine aufgezwängte Werbebotschaft.

Im Gegenteil: Durch die persönliche Note von Influencern wirken sie wie ehrliche Empfehlungen, die man guten Freunden geben würde. Die persönliche Note erreichen sie beispielsweise, indem sie einen direkten Bezug zwischen beworbenem Produkt und eigenen Erfahrungen und Erlebnissen herstellen.

In diesem Zusammenhang ist auch die Akzeptanz und Wirkung von gesponserter Werbung zu hinterfragen. Die Antwort liefert eine aktuelle Studie von Influry, bei der mehr als 1.600 Nutzer ab 14 Jahren zum Thema Social Influencer befragt wurden. Das Ergebnis: Die Kaufbereitschaft von Betrachtern steigt aufgrund von Influencer Marketing erheblich an: So kaufen 43% der 14-29 Jährigen, die Influencer Marketing aktiv wahrnehmen, im Nachhinein das beworbene Produkt. Auch in der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre folgen auf Influencer Marketing positive Kaufentscheidungen: zu 29%.

3. Natürliches Product Placement

Eine positive Einstellung zu einem Produkt bzw. einer Marke zu haben, ist die Grundlage, auf der Käufe beruhen. Gut ausgewählte Social Influencer können enorm dazu beitragen, dass ein solches Produkt bzw. eine solche Marke bei der Community in einem völlig neuen Licht erscheint. Auch wenn hierdurch noch nicht unbedingt Kaufentscheidungen ausgelöst werden, ist der erste Schritt getan: Das Produkt bzw. die Marke bleibt der Zielgruppe positiv im Gedächtnis.

4. Erreichen von verlorengeglaubten Zielgruppen

Die Zielgruppe, von der wir hier sprechen, ist unter anderem die bereits angesprochene Generation Z. Da ihre Mitglieder mit den sozialen Medien aufgewachsen sind, fühlen sie sich in ihrer „Welt“ am wohlsten. Dort, durch Influencer platzierte Werbung, spricht sie um einiges effektiver an, als Werbung auf traditionellem Weg.

Alles super also, im Influencer Land, oder? Naja fast. Denn – wie so oft – müssen auch auf dem Weg zu erfolgreichem Influencer Marketing ein paar Hürden genommen werden.

Herausforderungen im Influencer Marketing

1. Die Wahl der richtigen Influencer

Ein Erfolgsfaktor, der über die Wirkung von Influencer Marketing entscheidet, ist die Auswahl der richtigen Influencer. Diese müssen unbedingt sorgfältig und mit Bedacht gewählt werden. Dabei muss berücksichtigt werden, inwiefern sich die Befürwortung eines Produktes/einer Dienstleistung in das Portfolio der Influencer integrieren lässt.

Für das Unternehmen ist das wichtig, weil die Influencer als direkte Markenbotschafter des Unternehmens auftreten. Können sie die Botschaft nicht oder nur teilweise glaubhaft vermitteln und vertreten, wird eine Kooperation eventuell nicht den gewünschten Effekt haben.

Doch die Harmonie zwischen Influencern und Unternehmen ist nicht nur aus Sicht des Unternehmens wichtig. Die Folge von Werbung für ein „unpassendes“ Produkt kann ebenfalls Glaubwürdigkeit der Influencer beschädigen.

Ein gegenseitiges Kennenlernen von Unternehmen und Influencern ist also für beide Seiten von Vorteil. Und zwar bevor es zu einer Kooperation kommt.

Sonst passiert das, was wir erst kürzlich bei der Kampagne von Coral gesehen haben: http://www.dasbesteaussocialmedia.de/2017/07/coral-erobert-unfreiwillig-jeden-instagram-feed/

Durchaus unterhaltsam. Aber auch sinnvolles Influencer Marketing?

PS.: Wenn dir auf Anhieb keine passenden Influencer einfallen, check doch einfach mal unseren Artikel über die besten Tools für die Influencer Recherche.

2. Zusammenarbeit mit Influencern

Nachdem die Wahl auf einen oder mehrere Influencer gefallen ist, sollte das Unternehmen mit ihnen Absprachen bezüglich der Präsentation des beworbenen Produkts treffen. Im Idealfall läuft das so ab, dass weder Unternehmen, noch Influencer alleine den kompletten Ablauf bestimmen.

Unternehmen sollten Influencer nicht allzu sehr einschränken geschweige denn ihnen Worte in den Mund legen, da sie sich selbst treu bleiben müssen. Ansonsten können sie schnell als unglaubwürdig wahrgenommen werden.

Sich zurückzulehnen und den Influencer mal machen lassen funktioniert aber auch nicht – immerhin soll ja die richtige Botschaft transportiert werden.

Es gilt also, das richtige Maß zu finden.

Schaue dir die Vorgehensweise, die eure Influencer bisher bei gesponserten Posts verfolgt haben, einfach mal an. Daran angelehnt kannst du einige Ideen entwickeln, aber wie schon gesagt: Mache keine Vorgaben, die nicht eingehalten werden können.

Oder ihr sprecht euch im Vorfeld einfach mit euren Influencern ab und entwickelt ein gemeinsames Konzept. So gebt ihr ihnen eine grobe Richtung vor, während sie immer noch über genug Spielraum verfügen, um die Werbebotschaft auf ihre Community zuzuschneiden.

Tipp: Wenn eure Influencer euch dringend von einer Idee abraten, versucht nicht, sie davon zu überzeugen. Vertraut ihnen, immerhin sind sie diejenigen, die ihre Community am besten kennen und ihre Reaktionen weitestgehend voraussagen können.

Fazit

Fakt ist: Die Möglichkeiten, die Influencer Marketing Unternehmen bietet sind riesig – aber ebenso die damit verbundenen Risiken und Hindernisse.

Dieses Marketinginstrument richtig einzusetzen bedeutet eine sorgfältige Auswahl der Influencer zu treffen und ihnen genug Spielraum für eine authentische Ansprache ihrer Community zu ermöglichen – und trotzdem die Markenbotschaft zu kommunizieren. Ein Spagat, der vielen Marketern und Unternehmen weh tut.

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Denise Simon

Content- und Social-Media-Marketing bei dirico.io